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Für fluter.de hat der Comickritiker Michael Brake einen Text über „Widerstand“ verfasst. Auch wenn er durchaus Verbesserungsbedarf in der Form sieht, lobt er das Werk zum Einsatz in der Wissensvermittlung. Er schreibt:

„Das erzählerische Prinzip ist bei allen drei Geschichten das gleiche und vergleichbar mit den nachgespielten Szenen in historischen TV-Dokumentationen. Die Dialoge und einige der handelnden Figuren sind ausgedacht, die historischen und politischen Fakten aber stimmen. Das Ergebnis ist zweischneidig: Bei allem guten Willen bleiben die meisten Zeichnungen statisch und Dialoge hölzern. Allen Szenen, Sätzen, Seiten der Storys merkt man zu sehr an, dass sie der Wissensvermittlung dienen.

Comics gibt es bessere. Doch das hier ist eben keine Kunst, es ist politische Bildungsarbeit – und als solche funktioniert „Widerstand“ gut. Ein Fachaufsatz oder eine Textbroschüre zum Thema würde es kaum schaffen, das historische Wissen so spielerisch und leicht zu vermitteln. Und wer neugierig geworden ist, kann mit dem an die Kapitel angehängten Literaturverzeichnis in die Tiefe gehen.“

Besten Dank für diese kritische Perspektive. Die ganze Rezension könnt ihr hier lesen:

https://www.fluter.de/comic-kolonialgeschichte-kamerun-widerstand

Ob Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Sprache: Koloniale Herrschaft zeichnete sich durch die gewaltsame Umstrukturierung quasi aller Lebensbereiche aus. Die Nachwirkungen dieser Kolonialpolitiken sind in den Ländern des Globalen Südens bis heute spürbar. Doch so alt wie die europäische Expansion ist, ist auch der Widerstand dagegen.

In Comics und Illustrationen skizzieren wir drei Generationen antikolonialen Widerstands in Kamerun. Das zentralafrikanische Land war 35 Jahre lang eine deutsche Kolonie. Die Geschichten des kamerunischen Königs Douala Manga Bell, der Anlu-Rebellion der Kom Frauen sowie des Aktivisten Blaise André Essama ermöglichen historisches Lernen aus einer antirassistischen Perspektive.

Hier schreiben die Kolonialisierten Geschichte und wehren sich gegen das System von Unterdrückung und Gewalt. Ihre Kämpfe machen das Ausmaß der kolonialen Gewaltherrschaft deutlich und bieten gleichzeitig einen Ausgangspunkt über das koloniale Erbe ins Gespräch zu kommen.

Wenn ihr Bücher haben wollt schreibt uns eine Mail!

Zwei Tage waren wir mit unseren Workshops zu Gast im Manfred von Ardenne Gymnasium in Berlin-Hohenschönhausen. Mit rund zwanzig Schüler*innen zwischen 15 und 18 Jahren haben wir in unserer Geschichtswerkstatt über die Zusammenhänge zwischen Kolonialismus, Rassismus und Antikolonialen Widerstand diskutiert.

In der zweiten Hälfte des Workshops ging es dann vor allem um Alltagsrassismus in Deutschland und mögliche Widerstandsstrategien. Die Schüler*innen haben eine kleine Demo gegen Rassismus organisiert und viele kreative Texte zum Thema geschrieben.

Wir kommen gerne wieder!

Diese Woche waren wir zwei Mal in der Albrecht-Schweitzer-Schule in Spremberg, um mit den Kindern der 5. Klasse über die Kolonialgeschichte des Bananenhandels in Kamerun ins Gespräch zu kommen.

Unser Partner die BREBIT (Brandenburger Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage) und ENGAGEMENT GLOBAL haben uns eingeladen, im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung „Kontinent der Vielfalt – Afrika erleben im Haus des Lernens“ unseren Projekttag durchzuführen.

Die Teilnehmenden lernten zuerst den Prozess der Bananenproduktion kennen. Wir vermittelten am Beispiel der Bakweri und der Bananenplantagen in Südwestkamerun die Geschichte von Enteignung und Ausbeutung, die den deutschen Kolonialismus in Kamerun ausmachte.

Am zweiten Tag besuchte der Bundesminister Herr Gerd Müller die Schule und hörte sich u.a. die Ergebnisse der verschiedenen Workshops an. Nachdem die Schüler*innen in der Schule eine Umfrage zum Thema deutscher Kolonialismus geführt und ausgewertet hatten, befragten sie den Bundesminister selbst:

Haben Sie etwas vom deutschen Kolonialismus in der Schule gelernt? Warum haben die Bakweri nie ihr Land zurück erhalten?

Wir richten den Schüler*innen ein großes Dankeschön für ihren Einsatz und ihr Mut, wichtige Fragen zu stellen!

 

Vergangenes Wochenende haben wir unseren Workshop „Mit Spoken Word gegen Rassismus“ bei AYOCO durchgeführt. AYOCO ist eine Gruppe Schwarzer Kinder und Jugendlicher aus Berlin und Umgebung.

Drei Stunden lang arbeiteten wir zur Geschichte des antikolonialen Widerstands in Kamerun und diskutierten über die verschiedenen Strategien. In unserer interaktiven Geschichtswerkstatt arbeiteten die Teilnehmer*innen mit unseren Comics, die es auch schon bald als Broschüre bei uns gibt. Die Atmosphäre war super und die Diskussion haben Spaß gemacht.

Ende Mai treffen wir uns mit den Kids wieder für Teil II: Hier kommen wir zusammen, arbeiten an Spoken-Word Texten und einer kleinen Perfomance. Wir freuen uns schon sehr!

Seit Anfang Dezember arbeitet der Zeichner Franky Mindja an dem Comic, das wir im Rahmen des neuen Projektes Mit Spoken-Word gegen Rassismus produzieren und pädagogisch einsetzen wollen. Derzeit zeichnet er speziell Illustrationen für die Geschichte der Kom-Frauen, die in den 1950er Jahren gegen die britische Kolonialmacht im Westen Kamerun aufbegehrten. Die Comic-Broschüre soll insgesamt drei Widerstandsgeschichten vorstellen.

Franky Mindja arbeitet zunächst detailliert mit Bleistift auf Papier, ehe er die Illustrationen am Computer färbt und verfeinert.

 

Heute war der letzte Tag des benbi 2018 (Berliner Entwicklungspolitisches Bildungsprogramm). Wir kommen voller Eindrücke und lehrreicher Erfahrungen von der intensiven Woche zurück!

Im FEZ, wo KATE e.V. mehrere Tausende Schüler*innen zum benbi eingeladen hatte, führten wir neben anderen Bildungsvereinen mehrere Workshops mit Kindern und Jugendlichen verschiedenen Alters durch. Voller Energie stellten wir uns dieses Jahr zum zweiten Mal der Herausforderung, in einer Woche nicht nur 15 Workshops mit jeweils 12 Schüler*innen aus verschiedenen Schulen zu geben, sondern auch innerhalb von jeweils 90 Minuten extrem komplexe Realitäten unserer globalisierten Welt verständlich und Ungerechtigkeit sichtbar zu machen…!

Das benbi 2018 lief nämlich unter dem Moto Kostbare Welt – Welche Zukunft geben wir Klima und Ressourcen? In den Workshops vertieften wir das Thema am Beispiel von (neo)kolonialer Ressourcenausbeutung in Kamerun. Ausgehend von einem Tatort, wo gewöhnliche Produkte neben Bildern von Protestaktionen zerstreut auf dem Boden lagen, schlüpften beispielsweise die Schüler*innen der Sekundarstufe I in die Rolle von Journalist*innen, um das Geschehen am Tatort nachzuvollziehen, d.h. die verschiedenen Elemente in Zusammenhang zu bringen. Ein Bericht in Bildern…

 

Für unser neues Projekt Mit Spoken-Word gegen Rassismus entwickeln wir eine Comic-Broschüre, die wir in unseren Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Frühjahr 2019 einsetzen werden. Wir haben Dany aka Negro Illustrator eingeladen, die Geschichte zum aktivistischen Kampf von André Blaise Essama für die Dekolonisierung der Stadt Douala zu zeichnen. Wir freuen uns sehr, dass er die Herausforderung angenommen hat und sind begeistert von den ersten Skizzen!

Heute sind wir mit dem Zug nach Cottbus gefahren, um den Schüler*innen der Theodor-Fontane-Schule unseren Projekttag Völlig Banane? (Neo-)koloniale Ressourcenausbeutung in Kamerun anzubieten. Die Durchführung des Workshops war teilweise auf Französisch, die Muttersprache der beiden Referent*innen, weil die 13. Klasse auch Französisch als Leistungskurs hatte. Es gab viele spannende Debatten und Fragestellungen seitens der Schüler*innen. Wir hatten viel Spaß, den Vormittag mit euch zu gestalten!

 

 

Interesse geweckt? In diesem Bericht gibt es ausführlichere Infos über die Inhalte und Methoden unseres Workshops für die Sekundarstufe I und II.

Heute waren wir im Leibniz-Gymnasium in Potsdam und haben mit Schüler*innen der 8. Klasse, im Rahmen unseres BREBIT-Projekttags Eine ölige Angelegenheit, über Palmöl in Kamerun gesprochen.

Einführung in Ressourcenausbeutung und Kolonialismus

Gemeinsam mit den Schüler*innen sprachen wir zunächst über die Ressourcen aus Kamerun, die in vielen Produkten stecken: Kakao, Kautschuk, Palmöl, Banane, etc. Wir gaben eine interaktive Einführung in die Geschichte Kameruns mit dem Schwerpunkt Kolonialismus und Widerstand. Mit einer praktischen Übung diskutierten die Schüler*innen über die Kolonialverträge als eine Form der Gewalt und eine Strategie der Unterdrückung und Ausbeutung.

Drei Geschichten von Palmölplantagen und Widerstand in Kamerun

Kern des Projekttages bildeten drei Geschichten von Palmölplantagen und Widerstand in Kamerun. Die erste Geschichte erzählt vom Widerstand der Bakweri gegen den Landraub der deutschen Kolonisatoren. Die zweite Geschichte thematisiert die Palmölplantagen von SOCAPALM/SOCFIN und den Protest der Anwohner*innen und Arbeiter*innen gegen die Arbeitsbedingungen und den andauernden Landraub durch das Großunternehmen, dessen Entstehung auf die französische Kolonialzeit zurückgeht. Bei der dritten Geschichte geht es um aktuelle Formen des Widerstands gegen das Palmölprojekt der nordamerikanischen Firma HERAKLES FARMS im Südwesten Kamerun. Die Schüler*innen verglichen die drei Geschichten in Kleingruppen und erarbeiteten dabei die Kontinuitäten und Unterschiede im Hinblick auf Strukturen und Strategien der Verhandlung, Ausbeutung und des Widerstands.

Handlungsoptionen

Abschließend haben wir in einem interaktiven Rollenspiel über  Handlungsoptionen diskutiert. Die Schüler*innen schlüpften in die Rollen von Konsument*innen, angehende Politiker*innen und Plantagenarbeiter*innen und sammelten Argumente und Vorschläge zur Veränderung der Situation auf lokaler und globaler Ebene.

Danke an die Schüler*innen für euer Interesse und euer intensives Mitdenken! Danke auch an Frau Schaefer, die Lehrerin, für ihre Begleitung und ihr konstruktives Feedback!