Anfang Januar waren wir in Hamburg! Dolly hat einen Vortrag über unser Projekt “Mit Spoken Word gegen Rassismus” gehalten und die Workshops sowie den Comic „Widerstand. Drei Generationen antikolonialer Protest in Kamerun“ vorgestellt. Eingeladen waren wir vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI)  im Haus der Projekte. Der Vortrag fand im Rahmen der Anpassungsqualifizierung für ausländische Lehrkräfte und LIA 2 statt, ein Austauschprogramm zwischen Deutschlehrer*innen aus Kamerun und Lehrkräften aus Deutschland.

Besonders interessant war die anschließende Diskussion: Während die deutschen Lehrer*innen sich für die didaktischen und methodischen Aspekte unserer Arbeit interessierten, wollten die Teilnehmer*innen aus Kamerun vor allem über inhaltliche Fragen sowie die Entstehung des Materials sprechen. Dabei stellten sie viele interessante Fragen zur Auswahl  der Geschichten, die Quellen der Forschung und die Freiheit der Redakteur*innen bei der Produktion der Comics. Wir diskutierten zudem über die Arbeitsmethode im Workshop und die Anpassung dieses Konzepts an den besonderen kamerunischen Kontext.

Die unterschiedlichen Interessen der Teilnehmer*innen, hängen vor allem mit den unterschiedlichen Bildungskontexten zusammen. Während es in Deutschland noch schwierig ist Lehrer*innen davon zu überzeugen, das Thema Kolonialismus mit jüngeren Schüler*innen anzugehen, setzen sich in Kamerun zwar auch die jüngeren Schüler*innen oft mit diesem Thema auseinander, aber die Inhalte und die Lehrrichtung (Perspektive) müssen weiterhin kritisch hinterfragt werden.

 

jup! Berlin präsentiert Nachrichten und Jugendinfos von und für Jugendliche.  Auf dem Portal können junge Menschen sich informieren, eigene Inhalte erstellen und ihre Interessen vertreten. Im September hat Amanda aus dem Redaktionsteam von jup! unseren Comic rezensiert. Sie schreibt:

„Vielen Schüler*innen sind die verschiedenen Widerstandsbewegungen, die aus Protesten gegenüber Kolonisatoren auf dem Kontinent Afrika entstanden sind – völlig unbekannt.

Dass das am hiesigen Geschichtsunterricht liegt und Deutschland nicht gerade mit Vorbildcharakter darum bemüht ist seine menschenverachtende, koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten, ist mehr als nur unwürdig im Jahr 2019.

Doch gegen die Unwissenheit, die eine erste Hürde des Fortschritts darstellt, ist jetzt ein spannendes Comic-Buch von dem ehrenamtlich organisierten Verein ‚Initiative Perspektivwechsel e.V.‘ erschienen. Das für den deutschsprachigen Geschichtsunterricht entworfene Comic-Buch behandelt drei packende Widerstandsbiografien im kolonialisierten Kamerun. Es bewältigt den schweren Spagat zwischen der Behandlung des Themas Kolonialismus und Winderstand in Kamerun auf der einen Seite und einer niedrigschwelligen Vermittlung durch visuelle Umsetzungsstrategien auf der anderen.“

Vielen lieben Dank Amanda für deinen Text. Die gesamte Rezension könnt ihr hier lesen:

https://jup.berlin/widerstand-mit-comic

Für fluter.de hat der Comickritiker Michael Brake einen Text über „Widerstand“ verfasst. Auch wenn er durchaus Verbesserungsbedarf in der Form sieht, lobt er das Werk zum Einsatz in der Wissensvermittlung. Er schreibt:

„Das erzählerische Prinzip ist bei allen drei Geschichten das gleiche und vergleichbar mit den nachgespielten Szenen in historischen TV-Dokumentationen. Die Dialoge und einige der handelnden Figuren sind ausgedacht, die historischen und politischen Fakten aber stimmen. Das Ergebnis ist zweischneidig: Bei allem guten Willen bleiben die meisten Zeichnungen statisch und Dialoge hölzern. Allen Szenen, Sätzen, Seiten der Storys merkt man zu sehr an, dass sie der Wissensvermittlung dienen.

Comics gibt es bessere. Doch das hier ist eben keine Kunst, es ist politische Bildungsarbeit – und als solche funktioniert „Widerstand“ gut. Ein Fachaufsatz oder eine Textbroschüre zum Thema würde es kaum schaffen, das historische Wissen so spielerisch und leicht zu vermitteln. Und wer neugierig geworden ist, kann mit dem an die Kapitel angehängten Literaturverzeichnis in die Tiefe gehen.“

Besten Dank für diese kritische Perspektive. Die ganze Rezension könnt ihr hier lesen:

https://www.fluter.de/comic-kolonialgeschichte-kamerun-widerstand

Ob Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Sprache: Koloniale Herrschaft zeichnete sich durch die gewaltsame Umstrukturierung quasi aller Lebensbereiche aus. Die Nachwirkungen dieser Kolonialpolitiken sind in den Ländern des Globalen Südens bis heute spürbar. Doch so alt wie die europäische Expansion ist, ist auch der Widerstand dagegen.

In Comics und Illustrationen skizzieren wir drei Generationen antikolonialen Widerstands in Kamerun. Das zentralafrikanische Land war 35 Jahre lang eine deutsche Kolonie. Die Geschichten des kamerunischen Königs Douala Manga Bell, der Anlu-Rebellion der Kom Frauen sowie des Aktivisten Blaise André Essama ermöglichen historisches Lernen aus einer antirassistischen Perspektive.

Hier schreiben die Kolonialisierten Geschichte und wehren sich gegen das System von Unterdrückung und Gewalt. Ihre Kämpfe machen das Ausmaß der kolonialen Gewaltherrschaft deutlich und bieten gleichzeitig einen Ausgangspunkt über das koloniale Erbe ins Gespräch zu kommen.

Wenn ihr Bücher haben wollt schreibt uns eine Mail!

Zwei Tage waren wir mit unseren Workshops zu Gast im Manfred von Ardenne Gymnasium in Berlin-Hohenschönhausen. Mit rund zwanzig Schüler*innen zwischen 15 und 18 Jahren haben wir in unserer Geschichtswerkstatt über die Zusammenhänge zwischen Kolonialismus, Rassismus und Antikolonialen Widerstand diskutiert.

In der zweiten Hälfte des Workshops ging es dann vor allem um Alltagsrassismus in Deutschland und mögliche Widerstandsstrategien. Die Schüler*innen haben eine kleine Demo gegen Rassismus organisiert und viele kreative Texte zum Thema geschrieben.

Wir kommen gerne wieder!

Vergangenes Wochenende haben wir unseren Workshop „Mit Spoken Word gegen Rassismus“ bei AYOCO durchgeführt. AYOCO ist eine Gruppe Schwarzer Kinder und Jugendlicher aus Berlin und Umgebung.

Drei Stunden lang arbeiteten wir zur Geschichte des antikolonialen Widerstands in Kamerun und diskutierten über die verschiedenen Strategien. In unserer interaktiven Geschichtswerkstatt arbeiteten die Teilnehmer*innen mit unseren Comics, die es auch schon bald als Broschüre bei uns gibt. Die Atmosphäre war super und die Diskussion haben Spaß gemacht.

Ende Mai treffen wir uns mit den Kids wieder für Teil II: Hier kommen wir zusammen, arbeiten an Spoken-Word Texten und einer kleinen Perfomance. Wir freuen uns schon sehr!

Seit Anfang Dezember arbeitet der Zeichner Franky Mindja an dem Comic, das wir im Rahmen des neuen Projektes Mit Spoken-Word gegen Rassismus produzieren und pädagogisch einsetzen wollen. Derzeit zeichnet er speziell Illustrationen für die Geschichte der Kom-Frauen, die in den 1950er Jahren gegen die britische Kolonialmacht im Westen Kamerun aufbegehrten. Die Comic-Broschüre soll insgesamt drei Widerstandsgeschichten vorstellen.

Franky Mindja arbeitet zunächst detailliert mit Bleistift auf Papier, ehe er die Illustrationen am Computer färbt und verfeinert.

 

Für unser neues Projekt Mit Spoken-Word gegen Rassismus entwickeln wir eine Comic-Broschüre, die wir in unseren Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Frühjahr 2019 einsetzen werden. Wir haben Dany aka Negro Illustrator eingeladen, die Geschichte zum aktivistischen Kampf von André Blaise Essama für die Dekolonisierung der Stadt Douala zu zeichnen. Wir freuen uns sehr, dass er die Herausforderung angenommen hat und sind begeistert von den ersten Skizzen!

Die Initiative Perspektivwechsel e.V. sucht vom 01.11.2018 bis 31.12.2018 im Rahmen des BildungsprojektsMit Spoken Word gegen Rassismus – Antikolonialen Widerstand sichtbar machen, um rassistische Narrative zu entkräften“ eine Honorarkraft für die künstlerische Leitung und Koordination für die Produktion von drei Comics des antikolonialen Widerstands aus Kamerun.

Initiative Perspektivwechsel e.V. ist ein Verein der transkulturellen Begegnung und politischen Bildung. Mit unserer Arbeit möchten wir zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen anregen. Unsere Projekte sensibilisieren über Diskriminierungsformen wie beispielsweise Rassismus, Sexismus oder Klassismus. Für das Projekt „Mit Spoken Word gegen Rassismus“ beabsichtigen wir die Entwicklung einer Comic-Broschüre mit drei unterschiedlichen Comics des antikolonialen Widerstands aus Kamerun, die wir als pädagogisches Mittel in unsere bildungspolitische Workshops im Frühling/Sommer 2019 einsetzen werden.

Die Honorartätigkeit umfasst:

  • Recherche von passenden angehenden jungen Comiczeichner*innen möglichst aus Douala, Kamerun für die Zeichnung der drei geplanten Comics
  • Kommunikation mit den Comiczeichner*innen und künstlerische Beratung/Betreuung bis zum Layout und Druck
  • Übersetzung der drei Comic-Skripte ins Französisch
  • Einhaltung der Vorgaben aus dem Comic-Skript bzw. Anpassungen in enger Absprache mit dem Projekt-Team
  • Koordinationstreffen mit Projekt-Team und Monitoring

Wir wünschen uns:

  • Kenntnisse zu Kolonialismus und deutsch-kamerunischer Geschichte
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Positionierung innerhalb rassistischer Strukturen/Machtverhältnisse
  • erste Erfahrungen mit Projektkoordination
  • Organisatorische Kompetenz
  • Französische und Deutsche Sprachkenntnisse auf mind. B2 Niveau
  • Selbständiges Arbeiten

Was wir bieten:

  • Einblick in die Arbeit eines kleinen engagierten bildungspolitischen Vereins
  • Inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Rassismus und Machtstrukturen
  • Zusammenarbeit in einem netten kamerunisch-französisch-deutschen Team
  • flexible Arbeitszeiten

Sofern Sie ein Angebot abgeben möchten, verwenden Sie bitte den beiliegenden Vordruck für das Angebotsschreiben und reichen diesen ausgefüllt mit den üblichen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Motivationsschreiben).

Die Unterlagen können per E-Mail eingehen und sind bis zum 20.10.2018 an die angegebene Adresse