Acha und Kenjo haben am Wochenende das erste Jubiläum unserer Ausstellung Zwischen Petition und Rebellion – Auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun im FEZ Berlin gefeiert! Die Ausstellung wurde im Rahmen des Festivals ,,Afrika-Kontinent der Vielfalt” gezeigt.

Wir durften auch Matti Foncha kennenlernen, den Sohn John Ngu Fonchas, ein wichtiger kamerunischer Politiker, für dessen Ehrung im öffentlichen Raum Doualas der Aktivist André Blaise Essama heute kämpft. Nach der Unabhängigkeit des Landes hat John Ngu Foncha sich um die
Wiedervereinigung der englisch und französisch kolonisierten Teile Kameruns bemüht und sich für die Rechte der englischsprachigen Minderheit eingesetzt. John Ngu Foncha kommt sowohl in unserer Ausstellung als auch in unserem Comic vor.

“Es ist eine große Freude hier in dieser Ausstellung zu sehen, was mein Vater, John N. Foncha, für die Befreiung Kameruns von Kolonialismus getan hat.”

Der Comic zur Ausstellung  ist übrigens in mehreren Buchläden erhältlich oder kann hier online bestellt werden.

In diesem Herbst hat die Reformschule Winterhude unsere Ausstellung Zwischen Petition und Rebellion – Auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun nach Hamburg geholt! Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nahmen aktiv an unserem Workshop zum Thema teil und sorgten für spannende Momente des Austauschs untereinander. So konnten sie in den darauffolgenden Wochen selbst andere Mitschüler*innen durch die Ausstellung führen. Seitdem steht unser Comic auch in der Schulbibliothek zur Ausleihe bereit.

Die Ausstellung und der Workshop knüpfen in diesem Fall an den Austausch an, den die Hamburger Schüler*innen mit Schüler*innen des Collège Jean Tabi in Yaoundé, Kamerun 2018-2019 organisiert haben.

Abschließend noch das Feedback von Heino Schäfer, Lehrer und Oberstufenleiter der Schule:

“Insgesamt ist die Ausstellung sehr gut angekommen! Die Besucher*innen waren begeistert von der Qualität der Comics, der ansprechenden Gestaltung der Stationen und den verschiedenen Medien … Ich bin sehr froh, dass wir die Ausstellung hier hatten”.

Vielen Dank für die Einladung, die Zusammenarbeit und für den tollen Austausch!

Unser digitales Lernangebot Zwischen Petition und Rebellion. Auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun ist jetzt online!

Das Online-Angebot bietet Schüler*innen ab Klassenstufe 9 einen Einstieg in die Themenbereiche Kolonialismus und antikolonialer Widerstand. Drei Geschichten von Widerstand rücken die Vielfalt von Strategien gegen Kolonialismus und dessen Erbe in den Fokus. Gleichzeitig veranschaulichen sie die rassistische Kolonialpolitik Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Kamerun. Sie regen junge Menschen an, sich kritisch mit der kolonialen Geschichte und bestehenden Machtverhältnissen zu beschäftigen. Es kann sowohl im Digitalunterricht, als auch in Präsenz mit digitalen Endgeräten genutzt werden.

Die drei Geschichten des antikolonialen Widerstands werden mit Audios, Videos und Comiczeichnungen im Story-Telling Style vorgestellt. Am Ende jeder Story gibt es ein digitales Diskussionsformat. Die drei Stories können unabhängig voneinander angeschaut werden oder chronologisch besucht werden. Die beiden Comicfiguren Acha & Kenjo aus Kamerun, begleiten die Besucher*innen durch die Stories. Wichtige oder komplizierte Begriffe werden in einem Glossar erklärt. Für Lehrkräfte bietet die Webseite zusätzlich pädagogische Hinweise und Arbeitsblätter für Schüler*innen an.

Das Angebot basiert auf der gleichnamigen Wanderausstellung sowie auf dem Bildungscomic Widerstand.

 

Ab jetzt und bis Ende September steht unsere Wanderausstellung Zwischen Petition und Rebellion. Auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun in der Helene-Nathan-Bibliothek in Neukölln – im Herzen Berlins!

Die comicbasierte Ausstellung stellt Geschichten des antikolonialen Widerstands in Kamerun vor. Drei Widerstandskämpfe stehen exemplarisch für verschiedene Generationen und soziale Gruppen, die sich gegen Kolonialismus und dessen Erbe wehr(t)en. Sie machen das Ausmaß rassistischer Kolonialpolitik Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im Kamerun deutlich. Hörstationen beleben die Geschichten und interaktive Elemente laden zum Mitmachen ein. Die jugendlichen Protagonisten Acha und Kenjo aus Kamerun begleiten die Besucher*innen auf ihrer Reise durch die drei Epochen des Widerstands, kommentieren die dort erzählten Ereignisse aus ihrer Perspektive und diskutieren ihre Auswirkungen auf die Gegenwart.

Die Ausstellung basiert auf dem Comic Widerstand. Dieser kann in der Helene-Nathan-Bibliothek ausgeliehen werden.

Kommt nach Neukölln Acha und Kenjo kennenzulernen!

 

Die Fortbildung gibt Anstöße, wie Sie über Kolonialismus und Rassismus im Unterricht sprechen können.

Seit letzter Woche steht unsere Ausstellung Zwischen Petition und Rebellion – auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun in der Bibliothek der Carlo Schmidt Oberschule in Berlin Spandau! Dort wird sie bis Ende Februar 2021 bleiben.

Wir freuen uns riesig, dass wir die neue Ausstellung dieses Jahr noch ein zweites mal zeigen dürfen. Wir sind auch sehr gespannt auf das Feedback der Schüler*innen!

Seit einigen Tagen könnt ihr unsere neue Wanderausstellung Zwischen Petition und Rebellion – auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun im FEZ Berlin besuchen. Wir haben ein paar Besucher*innen gefragt, warum sie gekommen sind und was sie von der Ausstellung mitnehmen. Hier eine kleine Auswahl! Danke euch lieben Besucher*innen für euer wertvolles Feedback! Wir hoffen, mit neuen Ausstellungsorten noch sehr viel mehr Menschen zu erreichen.

 

 

 

Gestern eröffnete unsere Ausstellung Zwischen Petition und Rebellion – auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun zum ersten Mal im FEZ in Berlin. Hilaire Djoko vom Projektteam hielt eine Rede, die wir hier veröffentlichen.

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“Uns alle hier in diesem Raum verbindet eine gemeinsame Geschichte: Die koloniale Vergangenheit. Viele Menschen in Deutschland haben von dieser Geschichte aber noch nie etwas gehört: Deutschland hatte Kolonien? Aber doch nur ein paar wenige und eh nur ganz kurz, oder? Und Kamerun, wo soll das sein? Das sind Fragen, die man auch heute noch als Kameruner in Deutschland häufig gestellt bekommt.

Aber ja, Deutschland war Kolonialmacht und in Kamerun über dreißig Jahre präsent: Die koloniale Herrschaft der Deutschen in Kamerun zeichnete sich durch Zwangsarbeit, durch ökonomische Ausbeutung und Zerstörung von Gemeinden und Wissenssystemen aus. Wenn über die Kolonialzeit gesprochen wird, dann ist es aber nicht nur die Verharmlosung und Unwissenheit, die uns immer noch in unserer Arbeit begegnet. Häufig fehlt eine wichtige Perspektive in der historischen Auseinandersetzung mit Kolonialismus: Die Perspektive derjenigen, die den Kolonialismus erlebt, überlebt und sich ihm widersetzt haben.

Doch warum ist gerade diese Perspektive in der historisch-politischen Bildung besonders wichtig?

Bei historisch-politischer Bildung geht es nicht nur darum Informationen über Ereignisse, Namen und Daten zu vermitteln. Vielmehr sollen Lernende angeregt werden, dieses Wissen zu reflektieren und es mit ihrer Gegenwart und Zukunft zu verbinden. Strategien von Menschen kennenzulernen, die sich gegen das Unrechtssystem des Kolonialismus widersetzt haben kann dabei wegweisend sein: es zeigt wie lange schon Menschen sich kollektiv zusammenschließen um Unrecht zu bekämpfen und kann junge Menschen ermutigen sich demokratisch und widerständig gegen rechte Strömungen zu positionieren. Außerdem wird durch Geschichten des Widerstands ein Afrikabild vermittelt, dass mit dem rassistischen Bild bricht, dass in Deutschland gerne von Afrika gezeichnet wird: Ein Kontinent, der stagniert und handlungsunfähig ist. Die antikolonialen Strategien aber zeigen, Menschen haben zu allen Zeiten Widerstand geleistet und tun es auch heute noch.

Aus diesen Gründen arbeiten wir, die Initiative Perspektivwechsel, seit 2017 zu diesem Thema. Wir wollen mit jungen Menschen über Kolonialismus und dessen Erbe ins Gespräch kommen und das stets aus der Perspektive von Menschen, die das koloniale System und seine Mechanismen hinterfragt haben und immer noch hinterfragen. Die Ausstellung „Zwischen Petition und Rebellion“ ist hier ein weiterer Baustein für unserer Arbeit. Basierend auf unserem Comic erzählt unsere Ausstellung die Geschichte von Douala Manga Bell, der Anlu-Rebellion und Essama. Jede Geschichte spielt in einer anderen zeitlichen Epoche und in einem anderen sozialen und kulturellen Milieu.

Für die Entstehung des Comics haben wir viele historische Quellen gewälzt und auf Basis dessen Comicgeschichten geschrieben. Einige Charaktere in den Comics sind fiktiv andere nicht – das wichtigste aber: die historischen Fakten stimmen. Auf Basis unserer Skripte und zum Teil mit Hilfe von originalen Fotos haben mehrere Comiczeichner in Kamerun dann die Bilder gezeichnet.

Die Ausstellung zeigt Ausschnitte aus unserem Comic, aber und wird durch Audio- und Videos sowie einige interaktive Elemente bei denen die Besucher*innen zum mitmachen angeregt sind, ergänzt.

Wir freuen uns sehr, dass unsere erste Station dieser Wanderausstellung heute im FEZ beginnt und bedanken uns beim FEZ für diese Möglichkeit. Außerdem möchten wir uns bei allen bedanken, die an der Umsetzung der Ausstellung beteiligt waren, vor allem bei Golnar Mehboubi und Marion Reis für die tolle Grafik!”

Heute war Ausstellungseröffnung unserer Wanderausstellung Zwischen Petition und Rebellion – auf den Spuren des antikolonialen Widerstands in Kamerun im FEZ in Berlin.

Die Ausstellung stellt Geschichten des antikolonialen Widerstands im Comicformat vor. Die beiden kamerunischen Comicfiguren Acha und Kenjo begleiten die Besucher*innen durch die Ausstellung und diskutieren die Auswirkungen des Kolonialismus und der Widerstandsbewegungen aus heutiger Perspektive. Interaktive Elemente laden zum Mitmachen ein.

Ab heute könnt ihr die Ausstellung im Raum 103 im FEZ besuchen. Hierfür müsst ihr euch online hier anmelden. In den Herbstferien hat die Ausstellung jeden Tag geöffnet. Danach und bis zum 8.11.2020 vom Freitag bis Sonntag. Die genauen Uhrzeiten findet ihr auf der Webseite vom FEZ.