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Heute sind wir mit dem Zug nach Cottbus gefahren, um den Schüler*innen der Theodor-Fontane-Schule unseren Projekttag Völlig Banane? (Neo-)koloniale Ressourcenausbeutung in Kamerun anzubieten. Die Durchführung des Workshops war teilweise auf Französisch, die Muttersprache der beiden Referent*innen, weil die 13. Klasse auch Französisch als Leistungskurs hatte. Es gab viele spannende Debatten und Fragestellungen seitens der Schüler*innen. Wir hatten viel Spaß, den Vormittag mit euch zu gestalten!

 

 

Interesse geweckt? In diesem Bericht gibt es ausführlichere Infos über die Inhalte und Methoden unseres Workshops für die Sekundarstufe I und II.

Heute waren wir im Leibniz-Gymnasium in Potsdam und haben mit Schüler*innen der 8. Klasse, im Rahmen unseres BREBIT-Projekttags Eine ölige Angelegenheit, über Palmöl in Kamerun gesprochen.

Einführung in Ressourcenausbeutung und Kolonialismus

Gemeinsam mit den Schüler*innen sprachen wir zunächst über die Ressourcen aus Kamerun, die in vielen Produkten stecken: Kakao, Kautschuk, Palmöl, Banane, etc. Wir gaben eine interaktive Einführung in die Geschichte Kameruns mit dem Schwerpunkt Kolonialismus und Widerstand. Mit einer praktischen Übung diskutierten die Schüler*innen über die Kolonialverträge als eine Form der Gewalt und eine Strategie der Unterdrückung und Ausbeutung.

Drei Geschichten von Palmölplantagen und Widerstand in Kamerun

Kern des Projekttages bildeten drei Geschichten von Palmölplantagen und Widerstand in Kamerun. Die erste Geschichte erzählt vom Widerstand der Bakweri gegen den Landraub der deutschen Kolonisatoren. Die zweite Geschichte thematisiert die Palmölplantagen von SOCAPALM/SOCFIN und den Protest der Anwohner*innen und Arbeiter*innen gegen die Arbeitsbedingungen und den andauernden Landraub durch das Großunternehmen, dessen Entstehung auf die französische Kolonialzeit zurückgeht. Bei der dritten Geschichte geht es um aktuelle Formen des Widerstands gegen das Palmölprojekt der nordamerikanischen Firma HERAKLES FARMS im Südwesten Kamerun. Die Schüler*innen verglichen die drei Geschichten in Kleingruppen und erarbeiteten dabei die Kontinuitäten und Unterschiede im Hinblick auf Strukturen und Strategien der Verhandlung, Ausbeutung und des Widerstands.

Handlungsoptionen

Abschließend haben wir in einem interaktiven Rollenspiel über  Handlungsoptionen diskutiert. Die Schüler*innen schlüpften in die Rollen von Konsument*innen, angehende Politiker*innen und Plantagenarbeiter*innen und sammelten Argumente und Vorschläge zur Veränderung der Situation auf lokaler und globaler Ebene.

Danke an die Schüler*innen für euer Interesse und euer intensives Mitdenken! Danke auch an Frau Schaefer, die Lehrerin, für ihre Begleitung und ihr konstruktives Feedback!

 

Ein Projekttag von Initiative Perspektivwechsel e.V. im Rahmen der BREBIT 2018 für die Grundschule (3. bis 6. Klasse)

Titel: Die Reise der Banane von der Plantage auf unsere Teller

Referent*innen: Hilaire Djoko und Bathilde Maestracci

Dauer: 4 Stunden

Inhalt:
Ob morgens im Müsli oder in der Pause: Die Banane schmeckt immer! Wo kommt sie her? Was unterscheidet sie von anderen Obstsorten? Wir begleiten die Banane vom Anbau in Kamerun bis zum Supermarkt. Plantagenarbeiter*innen erzählen von ihrem Arbeitsalltag und über die Produktionsschritte der Banane. Interaktiv erkunden wir die Ursprünge des Bananenhandels bis in die deutsche Kolonialgeschichte. Was hat sich seitdem verändert? Wir decken die unfairen Seiten des globalen Handels auf und tauschen uns über die Auswirkungen auf die Menschen in Kamerun und in Deutschland aus. Am Ende denken wir darüber nach, welche gerechteren Alternativen wir für die Banane der Zukunft entwickeln können.

Lernziele:
Ausgehend von ihrem Konsumverhalten beschäftigen sich die Kinder mit den wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Am Beispiel des Bananenhandels lernen sie die gemeinsame Geschichte von Kamerun und Deutschland kennen. Sie erkennen die Kontinuitäten der Ausbeutung bis heute und denken über ihre eigene Rolle nach.

 

Ein Projekttag von Initiative Perspektivwechsel e.V. im Rahmen der BREBIT 2018 für die Sekundarstufe II (11. bis 12. Klasse)

Referent*innen: Hilaire Djoko und Bathilde Maestracci

Dauer: 4 – 5 Stunden

Auch bilingual Deutsch/Französisch!

Inhalt:
Wie kam die Banane nach Deutschland? Am Beispiel von Kamerun schauen wir uns die Handelsgeschichte und die Produktionsbedingungen von Agrarressourcen an. Wie hängen sie mit der Kolonialisierung Kameruns durch Deutschland zusammen? Partizipativ und interaktiv erkunden wir die daraus entstandenen wirtschaftlichen Zusammenhänge und die Abhängigkeitsverhältnisse, welche die Ressourcenausbeutung bis heute bestimmen. Wir vergegenwärtigen uns die Auswirkungen auf die Menschen in Kamerun und in Deutschland.

Lernziele:
Die Jugendlichen setzen sich mit den Ursachen der aktuellen wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen Ländern des Globalen Nordens und des Globalen Südens auseinander. Sie lernen Aspekte der Kolonialisierung Kameruns durch Deutschland kennen. Auf dieser Grundlage untersuchen sie die Komplexität des Welthandels und verstehen die Ungerechtigkeit seiner Mechanismen. Sie reflektieren ihre Verantwortung und erhalten einen Impuls, sich gesellschaftlich zu engagieren.

 

Ein Projekttag von Initiative Perspektivwechsel e.V. im Rahmen der BREBIT 2018 für die Sekundarstufe I (7. bis 10. Klasse)

Referent*innen: Hilaire Djoko und Bathilde Maestracci

Dauer: 4 Stunden

Inhalt:
Schokoaufstrich und Hautcreme – Was diese Produkte gemeinsam haben? Sie enthalten Palmöl. Wir begeben uns auf die historischen Spuren von Palmöl und anderen Agrarprodukten in Kamerun. Der Blick in die Geschichte ermöglicht uns die gegenwärtigen Produktionsbedingungen und Abhängigkeitsverhältnisse einzuordnen und zu diskutieren. Mit interaktiven Methoden vergegenwärtigen wir uns die Auswirkungen der (neo-)kolonialen Ausbeutung auf die Menschen in Kamerun und in Deutschland. Anschließend diskutieren wir aktuelle Widerstandskämpfe und mögliche Handlungsoptionen – mit Bildern, Erzählungen, einem Film und Zeit zum kreativen Arbeiten.

Lernziele:
Die Schüler*innen setzen sich mit den Ursachen der aktuellen (kolonial-)historischen wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens auseinander. Dabei eignen sie sich wesentliche Aspekte der Geschichte Kameruns und dessen Kolonisierung durch Deutschland an. Sie reflektieren über ihre eigene Verantwortung und diskutieren mögliche Handlungsalternativen. Sie erhalten einen Impuls, sich gesellschaftlich zu engagieren.

 

Wir waren heute auf dem BREBIT-Fachtag in Ludwigsfelde, der dieses Jahr unter dem Moto „Ressourcen und Gerechtigkeit lokal und global“ stand. In kurzen Inputvorträgen stellten wir unsere aktuellen Workshopsangebote zur (neo)kolonialen Ressourcenausbeutung in Kamerun vor. Im Anschluss konnten interessierte Lehrkräften aus Brandenburg uns Fragen stellen. Wir haben uns über diesen Austausch sehr gefreut! Er hätte viel länger sein können.

Unsere Angebote im Überblick:

  • Die Reise der Banane von der Plantage auf unsere Teller
    Projekttag für die Grundschule (3. bis 6. Klasse)
    4 Stunden
  • Eine ölige Angelegenheit
    Projekttag für die Sekundarstufe I (7. bis 10. Klasse)
    4 Stunden
  • (Neo-)koloniale Ressourcenausbeutung in Kamerun
    Projekttag für die Sekundarstufe II (11./12. Klasse, Auszubildende)
    4-5 Stunden

 

 

 

Wir haben heute zum ersten Mal unseren Projekttag Die Reise der Banane von der Plantage auf unsere Teller mit der 5. Klasse der Pfarrer-Bräuer-Schule in Rauen durchgeführt. Es war sehr aufregend!

Unser Workshop begann mit der Frage an die 16 aufmerksame Schüler*innen, woher ihr Lieblingsost wohl herkommt. Wir näherten uns dann gemeinsam dem Produktionsprozess und -kette der Banane aus Kamerun an.  Wir stiegen tiefer ins Thema Welthandel und globale Ungleichheiten ein, als durch ein Rollenspiel die Frage sich stellte, welcher Akteur was am Bananenanbau und -handel verdient. Welcher Akteur profitiert am meisten? Welcher nicht?

Mit Pausen und Energizers kamen wir zur Verbindung der Ressourcenausbeutung mit Kolonialismus am Beispiel der Bananenplantagen am Kamerunberg, die deutsche Kolonisatoren Ende des 19 Jahrhunderts mit Gewalt anlegten. Kollektiv und dynamisch lasen die Schüler*innen die Geschichte der Bakweri vor, die sich von Beginn gegen die Vertreibung und Zwangsarbeit durch die Deutschen wehrten.

Unser Workshop endete mit der Frage, wer wie etwas ändern kann. Schließlich überraschten uns die Schüler*innen mit vielen Lösungsansätzen auf verschiedenen Ebenen. Spätestens zu dem Zeitpunkt freuten wir uns sehr, so ein komplexes Thema für die Grundschule vorzubereiten bzw. runterzubrechen.

Wir werden unsere erste Erfahrung nun nachbereiten, bis wir im November und Dezember weitere Projekttage folgen. Wir freuen uns schon!

Die Initiative Perspektivwechsel e.V. sucht vom 01.11.2018 bis 31.12.2018 im Rahmen des BildungsprojektsMit Spoken Word gegen Rassismus – Antikolonialen Widerstand sichtbar machen, um rassistische Narrative zu entkräften“ eine Honorarkraft für die künstlerische Leitung und Koordination für die Produktion von drei Comics des antikolonialen Widerstands aus Kamerun.

Initiative Perspektivwechsel e.V. ist ein Verein der transkulturellen Begegnung und politischen Bildung. Mit unserer Arbeit möchten wir zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen anregen. Unsere Projekte sensibilisieren über Diskriminierungsformen wie beispielsweise Rassismus, Sexismus oder Klassismus. Für das Projekt „Mit Spoken Word gegen Rassismus“ beabsichtigen wir die Entwicklung einer Comic-Broschüre mit drei unterschiedlichen Comics des antikolonialen Widerstands aus Kamerun, die wir als pädagogisches Mittel in unsere bildungspolitische Workshops im Frühling/Sommer 2019 einsetzen werden.

Die Honorartätigkeit umfasst:

  • Recherche von passenden angehenden jungen Comiczeichner*innen möglichst aus Douala, Kamerun für die Zeichnung der drei geplanten Comics
  • Kommunikation mit den Comiczeichner*innen und künstlerische Beratung/Betreuung bis zum Layout und Druck
  • Übersetzung der drei Comic-Skripte ins Französisch
  • Einhaltung der Vorgaben aus dem Comic-Skript bzw. Anpassungen in enger Absprache mit dem Projekt-Team
  • Koordinationstreffen mit Projekt-Team und Monitoring

Wir wünschen uns:

  • Kenntnisse zu Kolonialismus und deutsch-kamerunischer Geschichte
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Positionierung innerhalb rassistischer Strukturen/Machtverhältnisse
  • erste Erfahrungen mit Projektkoordination
  • Organisatorische Kompetenz
  • Französische und Deutsche Sprachkenntnisse auf mind. B2 Niveau
  • Selbständiges Arbeiten

Was wir bieten:

  • Einblick in die Arbeit eines kleinen engagierten bildungspolitischen Vereins
  • Inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Rassismus und Machtstrukturen
  • Zusammenarbeit in einem netten kamerunisch-französisch-deutschen Team
  • flexible Arbeitszeiten

Sofern Sie ein Angebot abgeben möchten, verwenden Sie bitte den beiliegenden Vordruck für das Angebotsschreiben und reichen diesen ausgefüllt mit den üblichen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Motivationsschreiben).

Die Unterlagen können per E-Mail eingehen und sind bis zum 20.10.2018 an die angegebene Adresse

 

Initiative Perspektivwechsel e.V. veranstaltet am 23.08.2018 im Rahmen des ivorisch-deutschen Begegnungsprojekts Start-up ArtMagica 2 des Ludwig-Wolker-Hauses in Berlin einen Workshop zum Thema Migration und Bewegungsfreiheit.

Sind wir alle Migrant*innen?

Anhand der Zeitstrahlmethode von glokal e.V. und eigener Migrationserfahrungen wollen wir mit den Workshop-Teilnehmenden die historischen Ursachen von globalen Migrationsbewegungen diskutieren sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Migrationspolitik und -Erfahrung in unterschiedlichen zeitlichen Epochen und aus unterschiedlichen Perspektiven herausarbeiten.

 

Wir waren auf der von AfricAvenir International e.V. organisierten Fachtagung „Decolonizing EZ! Neue Impulse für afrikabezogene entwicklungspolitische Bildungsarbeit„. Vor allem der Workshop von Dr. Boniface Mabanza zum Thema „Keine Zukunft ohne neue Afrikanisch_europäische Wirtschaftspartnerschaften“ hat uns besonders gut gefallen und in Bezug auf unser Bildungsprojekt zur Ressourcenungerechtigkeit inhaltlich viel gebracht. Er gab uns ausführlichen Einblicke in die neuen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit ehemaligen afrikanischen Kolonien. Angeblich sollen sie sogenannte „Freihandelszonen“ zugunsten von EU-Produkten und Rohstoffeinfuhr ausbauen. Dabei allerdings werden sowohl den Export als auch den interregionalen Handel afrikanischer Länder extrem eingeschränkt bzw. beeinträchtigt.

Dr. Boniface Mabanza ist führender Experte und Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in Heidelberg, die Lobby- und Kampagnenarbeit zur sozioökonomischen Gerechtigkeit im südlichen Afrika durchführt. Seit Jahren setzt er sich für einen konsequenten Perspektivwechsel insbesondere in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen afrikanischen und europäischen Ländern und der EU ein. Er prangert Ausbeutungsstrukturen und das Nachwirken kolonialer Mechanismen, ebenso wie rassifizierte Stereotype in gesellschaftspolitischen Verhältnissen an.