1980 veröffentlicht Joseph Pouemi Tchundjang das Buch „Währung, Knechtschaft und Freiheit : Die monetäre Unterdrückung Afrikas.(Monnaie, Servitude et liberté : la Répression monétaire de l’Afrique)“.

In seinem Werk betont er die Notwendigkeit, die Diskussionen über Geldpolitiken für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. „Es ist notwendig, dass Währungsfragen in Afrika nicht mehr nur von einer kleinen Anzahl von ‚Spezialisten’, die die Magier spielen, entschieden werden.“

Eine Währung der Knechtschaft
Pouemi zufolge, beschränkt sich die öffentliche Debatte in Afrika auf nutzlose Fragen, deren einziger Beitrag darin besteht, den Kontinent ins Verderben zu stürzen: „Statt sich mit wichtigen monetären Fragen auseinanderzusetzen, schenkt Afrika seine Kindern und noch mehr denjenigen, die noch nicht geboren sind, völlig unnötige Leiden.“

Seine Gedanken zu afrikanischen Geldsystemen haben an Aktualität nicht verloren. Bis heute haben viele afrikanische Länder Währungen, die zu Kolonialzeiten etabliert wurden und nach wie vor von den ehemaligen Kolonialmächten verwaltet werden. Viele west- und zentralafrikanische Länder benutzen den FCFA, der 1945 von Frankreich eingeführt wurde und bis heute im französischen Chamalières gedruckt wird.

Pouemi gab der monetären Forschung in den achtziger Jahren eine neue Richtung. In seinem Buch entwickelt er die Theorie, Geld nicht mehr nur als ein monetärer Wert in sich, sondern als ein soziales Phänomen zu begreifen. So argumentiert der Ökonom, dass die Funktion des Geldes, als Zahlungsmittel, arithmetische Einheit und Umrechnungswert, im Laufe der Zeit an Rationalität und Klarheit verloren hat. Stattdessen sei es zu einem mysteriösen Instrument der Herrschaft und Kolonisierung geworden, das ausschließlich einer bestimmten sozialen Klasse (Oligarchen) vorbehalten sei.

Joseph Tchundjang Pouémi

Pouemi zufolge, liegt die Lösung in den politischen und sozialen Problemen Afrikas vor allem auch in der Lösung der Währungsprobleme des Kontinents. An der Frage der Währung hänge die politische und ökonomische Stabilität und Zukunft eines Landes. Durch die Verwaltung afrikanischer Währungen durch den Westen verlieren diese Länder an Souveränität. Seines Erachtens, bedeute der FCFA eine permanente Kolonisierung des afrikanischen Kontinents durch Frankreich.

Neue Finanznormen für Afrika
Als Unterstützer der Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika, war er der Meinung, dass sich Forscher seiner Epoche von dogmatischen und eurozentrischen Ansätzen trennen sollten, um neue Paradigmen der Währungsanalyse zu entwickeln.

Dementsprechend entwickelte er neue theoretische Grundlagen für die Kritik monetärer Normen und Standards von Bankgeschäften. So schlägt Pouemi vor, dass sich die Länder, die sich noch unter westlicher Währungsherrschaft befinden, von diesem System der Versklavung distanzieren sollten, indem sie einen Block schaffen, der alle afrikanischen Länder (von den am wenigsten Entwickelten zu den am weitesten fortgeschrittenen) vereint und in dem es eine einzige Währung gibt, die in einer gemeinsamen Zentralbank verwaltet wird.

Dieses Buch lehrt uns zunächst, die Geldpolitik, die unser Leben in Afrika bestimmt, kritischer zu betrachten. Gleichzeitig bildet sein Werk eine wichtige theoretische Unterstützung für die Kämpfe der Anti-FCFA Bewegung sowie für wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema.

Pouemi ermutigt Afrikaner*innen zu Forschung und Innovation. Um die vollständige Unabhängigkeit Afrikas zu erreichen, müssen gegenwärtige und zukünftige Generationen neue Ansätze der Analyse von Finanz- und Wirtschaftspolitik entwickeln, um die aktuellen vom Westen dominierte monetäre Politik zu verstehen und zu verändern.

*(Ref. Jacques Rueff)

Von Dolly Afoumba

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